Tansania

Zusammenarbeit zwischen Traditionellen Heilern und Schulmedizinern, Sansibar

Es wird prognostiziert, dass die Zahl der Menschen mit Diabetes im subsaharischen Afrika bis 2035 41,5 Millionen erreichen wird (IDF 2014). Diabetes stellt eine zusätzliche und schwerwiegende finanzielle Belastung für die Gesundheitsbudgets der Entwicklungsländer im subsaharanischen Afrika dar. Aufgrund der chronischen Natur der Krankheit, hoher Komorbidität mit arterieller Hypertonie und deren beider Komplikationen auch in Schwangerschaft (signifikative Mortalitätsrate bei Hypertonie/ Eklampsie in Schwangerschaft), Augen/Nierenkomplikationen (Erblindung /Dialyse), diabetische Neuropathie (40% - 60% aller atraumatischer Fuß/Beinamputationen sind D.M. korreliert) müssten neue Präventions- und Screening Strategien erarbeitet werden.

Sansibar, Diabetes Langzeitkomplikation:

Neuropathie 30,7 % mit 5 -7 Fuß Amputationen pro Monat, Haupttodesursache in Schwangerschaft ist Hypertonie mit Eklampsie Komplikation 32,0 %.

Nach Daten der WHO vertrauen sich 80% der subsaharischen Bevölkerung in erster Linie der traditionellen Medizin an, da kulturell akzeptiert, erschwinglich und erreichbar.

Die Bedeutung traditioneller Heiler in Prävention und Gesundheitsversorgung sowie bei epidemischen Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose, Ebola, Malaria als auch chronische Krankheiten wie Diabetes, Hypertonie u.a. NCD’s (non communicable deseases) sowie Safe Motherhood, wurde von der WHO offiziell anerkannt, der Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen wie u.a. Traditionelle Medizin zu einem Milleniumsziel erklärt.

Ziel 7 (www.un.org/press/en/2014/gashc4106.doc.htm, www.ias.unu.edu/reports,WHO Traditional Medicine Strategy 2002 -2005, UNAIDS Best Practices 2000/2002/2006).

Aufgrund dieser Tatsachen wurde von der NGO Südtiroler Ärzte für die Welt (www.worlddoctors.org) 2014 ein Medizin - anthropologisches Pilotprojekt in Sansibar (Tansania) gestartet mit dem langfristigen Anliegen, eine konstante Zusammenarbeit zwischen Biomedizinern und traditionellen Heilern/Hebammen aufzubauen. Somit können die die Ressourcen eines kapillar verbreiteten und kulturell tief verwurzelten Gesundheitssystem genützt werden, um so viel Patienten wie möglich zu erreichen und damit die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Als Grundlage dazu wurde 2012 eine Medizin – anthropologische Forschung an die Universität Berlin in Auftrag gegeben, in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Sansibar durchgeführt und veröffentlicht.

("Bridging gaps in health care and healing: Traditional medicine and the biomedical health care sector in Zanzibar" Meier zu Biesen, Nienstedt, Dilger 2012).

Aufgrund der Annullierung der Regierungswahlen 2015, Wiederwahlen 2016 sowie einer Choleraepidemie im selben Jahr hat sich der anberaumte Zeitplan verzögert. Es konnten jedoch im Zeitraum 2014 - 2016 drei Gesundheitstrainings für zunächst 15 nach genauen Kriterien ausgesuchten Heiler/innen durchgeführt sowie Sensibilisierungskampagnen für Bevölkerung , Heiler und Repräsentanten des Gesundheitssystems gestartet werden. Eine weitere Trainings – und Implementierungsphase ist vorgesehen. Die gesamte Pilotphase wird gesundheitspolitisch evaluiert, wobei gleichzeitig die Leitlinien der UNAIDS Best Practices berücksichtigt werden.

Dieses Pilotprojekt beinhaltet insofern einen innovativen Ansatz, als das durch Medizin - anthropologische Auswertungen sowohl Nachhaltigkeit als auch Effizienz gewährleistet und inter-kulturelle Kompetenzen geschaffen werden, die den Bedürfnissen der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern entgegenkommen. Durch die erworbenen Kompetenzen ist es möglich, eine umfassende Integration der verschiedenen Heilverfahren unter Wahrung der Besonderheiten der medizinischen Anthropologie zu erreichen.

Überdies ist an dieses Pilotprojekt die Hoffnung geknüpft, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse – angesichts der anhaltenden Migrationsströme in europäische Länder – auch für unser Gesundheitssystem von Nutzen sein werden.

Dr. Tanja Nienstedt

Evalutation Report February 2017

 

 

Safe Motherhood

Der Bau von 4 Geburtenstationen in Tansania waren die ersten Projekte unseres Vereins. In Zusammenarbeit mit der Vereinigung CUAMM Medici con l’Africa, welche die Projekte in Afrika umgesetzt hat und leitet, der Autonomen Provinz Bozen und der Diözese von Dar Es Salaam konnten wir die Errichtung von 4 der insgesamt 11 Safe Motherhood Stationen finanzieren. Ein wichtiger Teil des Projektes waren Schulungen und Seminare für das einheimische Personal über „Sicheres Gebären“. Die Geburtenstationen befinden sich in Yombo, Msimbasi, Kibiti und Luguruni.

Aidsprogramme

In Zusammenarbeit mit dem Allamano Center, der Region Trentino Südtirol und der Autonomen Provinz Bozen finanzierten wir ein breit angelegtes Aids Programm in Iringa. Durch Kontroll- und Präventionsmaßnahmen werden die Ausbreitung von Aids eingedämmt, HIV Tests durchgeführt, HIV-Träger antiretroviral behandelt und Terminalpatienten zu Hause betreut. Mit Unterstützung der Happy Banking Aktion der Südtiroler Sparkasse ermöglichten wir den Schulbesuch und die medizinische Betreuung der im Projekt registrierten Waisenkinder.

Matembwe

In Matembwe, im Südosten des Landes, finanzierten wir durch private Spenden den Bau einer Wasserleitung mit Klärbecken und Wasserpumpen für ein Dorf mit 6000 Einwohnern. 

Tosamaganga

In Tosamaganga ermöglichten wir mit Unterstützung der Autonomen Provinz Bozen und der Region Trentino Südtirol die Sanierung und einen Zubau für das Krankenhaus. Tosamaganga ist ein Missionsspital, das schon seit über 40 Jahren für viele tausend Menschen die einzige medizinische Einrichtung weit und breit war. 

Mikumi und Ukonga

In Zusammenarbeit mit der Autonomen Provinz Bozen ermöglichte den Umbau und die Einrichtung des Labors im Krankenhaus Mikumi. Für das Krankenhaus Ukonga wurde mit Hilfe des Lions Clubs Maiense ein Sterilisator gekauft.