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Der Verein Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt unterstützt in Sri Lanka ein Projekt, das den von der Katastrophe psychisch traumatisierten Kindern hilft, ihre Erlebnisse zu verarbeiten, ihr Gleichgewicht zu erlangen und sich wieder in das Leben eingliedern zu können.
Um sicherzustellen, dass die von der Südtiroler Bevölkerung gespendeten
Geldmittel auch am Ziel ankommen und optimal verwendet werden, flog
Ende Januar ein Arzt des Vereins, der schon mehrmals als medizinischer
Koordinator mit Ärzte ohne Gr enzen im Einsatz war, nach Sri Lanka.
Die Gründe, warum wir gerade dieses Projekt wählten, waren folgende:
- Kinder sind die Zukunft eines Landes. Es gibt viele
Organisationen, die sich um das körperliche Wohlbefinden von Kindern
kümmern, aber kaum jemand, der den vielen durch Kriege und andere
Katastrophen traumatisierten Kindern hilft, ihre verlo rene Kindheit
wieder zu finden, ihr Leben wieder zu meistern, die Zukunft
vertrauensvoll anzugehen und ihnen eine Kindheit ermöglicht, die bei
uns beinahe selbstverständlich ist.
- Medikamente und medizinische Hilfsmittel werden durch die großen
internationalen Hilfsorganisationen in ausreichenden Mengen in das Land
gebracht, auch mangelt es nicht an qualifiziertem ärztlichen Personal,
da Sri Lanka mehrere medizinische Hochschulen besitzt und ausreichend
Ärzte Vorort vorhanden sind.
- Das Projekt wurde unter Mithilfe und in Zusammenarbeit mit Prof.
Dr. Johanna Mair, einer Südtirolerin aus Schenna und Dr. Christian
Seelos aus Innsbruck, die an der Wirtschaftsuni in Barcelona arbeiten
und auch an der Uni Bozen Vorlesungen halten, ausgewählt. Es ist Teil
eines Netzwerks von Entwicklungshilfeprojekten ( www.ashoka.org ), die
es sich zum Ziel gesetzt haben, der Bevölkerung einen bleibenden und
langfristigen Gewinn zu bringen und möglichst von der Bevölkerung
mitgetragen zu werden, damit eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe
möglich ist. Die Projekte werden von Wirtschaftsfachleuten mitgeplant,
um mit den vorhandenen Ressourcen ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Das Ziel ist nicht finanzielle, sondern soziale Gewinne zu machen,
wobei aber eine Selbstfinanzierung der Projekte nicht aus dem Auge
gelassen wird.
- In einem Telefonat mit dem Hauptsitz der Organisation Ärzte ohne
Grenzen wurde uns bestätigt, dass psychologische Hilfe am meisten
benötigt wird und dass Experten zur Traumabewältigung im Krisengebiet
gefragt sind.
Das Projekt wurde schon 1996, damals noch während des Krieges, unter
dem Namen Butterfly Peace Garden mit der Zielsetzung gegründet, vom
Krieg traumatisierten Kindern zu helfen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten
und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dazu wurde ein
großer Garten in der Stadt aufgekauft, in dem die Kinder an einem Tag
in der Woche von 14 einheimischen Betreuern -inzwischen viele die
selbst im Butterfly Garden betreut wurden - einmal in der Woche in drei
Programmstufen über 9 Monate psychologisch betreut werden. Seit Beginn
wurden mehr als 1300 Kinder durch das Programm erfolgreich betreut.
Der Butterfly Peace Garden liegt in Batticaloa, einer Stadt an der
Ostküste Sri Lankas, die aufgrund der Nähe zum Ozean besonders hart
getroffen wurde.
Einige der Außenbezirke, die direkt am Fluss lagen, der dort eine
Lagune bildet und dann ins Meer mündet, sind komplett verschwunden, ins
Meer gespült.
Schätzungen ergeben, dass ca. 70 Prozent der Bevölkerung der ehemaligen
zweitgrößten Stadt der Ostküste das Unglück nicht überlebt haben. Es
gibt viele Leute, die nicht mehr in der Nähe vom Meer siedeln wollen
aus Angst vor dem, was sie gesehen haben. Die Häuser sind verschwunden,
die Reisfelder mit Brackwasser gefüllt, Trinkwasser wird von Tankwagen
geliefert. Eine lokale Nachrichtenzeitung bezeichnet in einem Bericht
die Kinder, die jetzt aufwachsen, als die Tsunami Generation, die nach
einem nur 2 jährigen Frieden nach 14 Jahren Krieg nun der
Kriegsgeneration folgt.
Durch die Unterstützung der Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt wird
das Butterfly Peace Garden Projekt auf die durch den Tsunami
betroffenen Kinder an der Ostküste Sri Lankas ausgeweitet, Kinder aus
den Flüchtlingslagern werden im Garten aufgenommen, wo sie täglich eine
warme Mahlzeit erhalten, 15 zusätzliche Betreuer wurden eingestellt und
Outreach Teams besuchen abgelegene Dörfer, um die Überlebenden der
Katastrophe psychisch zu betreuen.
Es wird ihnen beigebracht, wie sie das Trauma verarbeiten können, um
wieder die Kraft zu finden, den Verlust von so vielen Angehörigen zu
überwinden und zusammen mit ihren Angehörigen aus dem Nichts ein Leben
aufzubauen.
Eine spätere Phase des Projekts sieht es vor, auch Erwachsene in die
Therapie miteinzubeziehen.Als Verein Südtiroler Ärzte für die Dritte
Welt sind wir uns der Verantwortung gegenüber der Südtiroler
Bevölkerung bewusst, die uns ihre Spendengelder anvertraut hat.
 
Die Spenden kommen von vielen einzelnen Bürgern und von vielen Privatinitiativen, die Geld für uns gesammelt haben.
Wir werden das uns anvertraute Geld optimal einsetzen. Es soll nicht
ein Tropfen auf einen heißen Stein sein, der ohne viel Wirkung
verpufft, sondern die uns anvertrauten Geldmittel sollen einen Stein
ins Rollen bringen, Hilfe zur Selbsthilfe bringen, eine Investition in
die Zukunft eines zerstörten Landes tätigen.
Wir sind davon überzeugt, dass uns dies gelingen wird.
Der Verein hat sich 2005 nach einer großzügigen Soforthilfe verplichtet, den Butterfly Peace Garden für weitere 3 Jahre finanziell zu unterstützen und die laufenden Kosten des Projektes mitzutragen.
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