"Der einzig wahre Fortschritt für die Menschheit ist der Fortschritt in der Nächstenliebe"
Aldous Huxley
Jahresbericht 2003

Liebe Mitglieder, Spender und Freunde!

Im nunmehr 4-ten Jahr unser!es Bestehens freuen wir uns die Geschehnisse, Aktivitäten und Projekte unseres Vereins mittels eines Jahresrückblickes mit Ihnen zu teilen. Es ist uns ein echtes Anliegen, Ihnen bei dieser Gelegenheit unseren aufrichtigen Dank für all Ihre Unterstützung auszusprechen, die es uns im Kleinen ermöglicht hat, doch so Vieles zu bewegen. Im Jahr 2003 haben sich unsere Einsätze und Tätigkeiten besonders auf zwei Länder konzentriert, Indien und Tansania. Bereits in den vorhergehenden Jahren haben wir dort diverse Projekte unterstützt. 2003 konnten wir diese Aktivitäten intensivieren und weitere neue Projekte beginnen.

FIDES BANGALORE, SÜDINDIEN

Dieses Projekt unterstützen wir bereits seit 2001. Hier geht es um die Unterstützung des Salesianer Ordens rund um Sister Nancy Pereira bei der medizinischen Grundversorgung von 3.000 Familien in einem Slum von Bangalore in Südindien. 2003 haben wir dieses Projekt sowohl finanziell als auch durch die Entsendung einer Krankenschwester unterstützt.

BAU EINER MITTEL- UND OBERSCHULE IN KATTAPPANA, SÜDINDIEN

Zur Verbesserung des Bildungs- und Erziehungsniveaus in einem der unterentwickeltsten Gebiete Keralas in Südindien, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Salesianer Orden vor Ort und der Autonomen Provinz Bozen, im August 2003 mit dem Bau einer Mittel- und Oberschule begonnen. Diese Schule soll jährlich 100 neue Mädchen und Jungen aufnehmen und ihnen, durch eine höhere schulische Ausbildung, bessere Arbeitsmöglichkeiten und eine gesicherte Zukunft bieten.

WAISENHAUS FÜR STRASSENKINDER IN KALKUTTA, OSTINDIEN

Bereits seit letztem Jahr unterstützt unser Verein das Waisenhaus der "Ali Sk Memorial Society for the Children" in Kalkutta, sowohl finanziell durch die Ermöglichung des Schulbesuchs, als auch durch die medizinische Betreuung unserer Ärzte. Auf-grund des großen Straßenkinderproblems in Kalkutta und der ständigen Nachfrage zusätzlich zu den derzeitigen 28 Kindern noch weitere aufzunehmen, unterstützen wir in Zusammenarbeit mit der Region Trentino Südtirol den Bau eines zweiten Heimes auf dem an-grenzenden Grundstück, das weiteren 50 Kindern ein Zuhause geben soll. 2003 haben 2 Ärzte und 2 Krankenpfleger unseres Vereins die Kinder besucht und uns deren gesundheitliches und soziales Wohlergehen bestätigt.

STERBEHAUS DER MUTTER THERESA VON KALKUTTA, OSTINDIEN

Durch den Einsatz unserer Ärzte/Krankenpfleger, durch finanzielle Zuweisungen und durch die Entsendung von Medikamenten und Instrumenten unterstützen wir diese Einrichtung der Mutter Theresa von Kalkutta bereits seit 2001. Heuer möchten wir besonders den freiwilligen Einsatz von zwei Südtiroler Krankenschwestern hervorheben, die je sechs Monate sowohl im Sterbehaus, als auch in anderen, von Mutter Theresa ins Leben gerufenen, Krankenstationen arbeiteten. Weiters haben zwei unserer Ärzte und ein Rettungssanitäter für kürzere Zeit dort gedient.

KINDERHEIM FÜR STRASSENKINDER DES ROTLICHTMILIEUS KALKUTTAS, OSTINDIEN

Hier geht es um ein neues Projekt, auf das unsere Mitglieder während ihres Einsatzes in Kalkutta gestoßen sind. Ein indischer Laienorden rund um "Brother Xavier" nimmt sich unter ärmsten Verhältnissen bereits seit 1994 dieser nicht erwünschten, häufig mißhandelten, verstoßenen oder verwaisten Kinder des Rotlichtmilieus an. Er errichtete auf einem gemieteten Grundstück zwei äußerst dürftige Häuser, die das Zuhause von insgesamt 65 Mädchen und Jungen sind. Unser Verein finanzierte durch die Zusammenarbeit mit der Region Trentino Südtirol den Kauf eines Gebäudes mit umliegendem Grundstück, in welches die Mädchen bereits eingezogen sind. 2004 wird auf demselben Grundstück ein zweites Gebäudes errichtet, welches als Bubenheim dienen wird. Diese beiden Häuser können für voraussichtlich 30 weitere Kinder ein Zuhause sein.

FÖRDERUNG DER TIBETANISCHEN MEDIZIN IM SPITI TAL, NORDINDIEN

Bei diesem Projekt geht es um eine Zusammenarbeit mit dem österreichischen Vereins "Spiti Help" bei der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung des entlegenen Spiti Tals in Nordindien durch die Förderung der tibetanischen Medizin. Eine Allgemeinpraktikerin und Mitglied unseres Vereins, begab sich im Sommer 2003 für drei Monate in dieses auf 3.500 Metern gelegene Tal, um das Projekt in die Wege zu leiten. In erster Linie ging es dabei darum, das vom Aussterben bedrohte Wissen um die tibetanische Medizin, die Zubereitung und Lagerung der Heilkräuter weiter zu vermitteln, damit die 4.000 Einwohner, die während des Winters acht Monate vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen sind, sich selbst helfen und behandeln können.

SAFE MOTHERHOOD, TANSANIA

Zur Senkung der Todesrate bei gebärenden Müttern und Neugeborenen haben die Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt in Zusammenarbeit mit der Autonomen Provinz Bozen, der Region Trentino Südtirol und der Diözese von Dar Es Salaam den Bau von 4 der insgesamt 12 Geburtenstationen ermöglicht. Während 3 dieser Geburtseinrichtungen bereits seit 2002 den Müttern, Neugeborenen und Kleinkindern dienen, hat sich die Vollendung des Baus in Luguruni etwas verzögert, doch auch diese Station wird in absehbarer Zeit ihren Dienst aufnehmen können. Eine Gynäkologin vom Krankenhaus Innichen und Mitglied unseres Vereins hat seit Mai 2002 für ein Jahr das Gesamtprojekt Safe Motherhood mit seinen 12 Geburtsstätten in Tansania koordiniert, einheimische Hebammen weitergebildet, sowie Programme für die Betreuung während der Schwangerschaft und für Mutter / Kind erstellt.

KRANKENHAUS TOSAMAGANGA, TANSANIA

Das Krankenhaus von Tosamaganga ist das einzige Krankenhaus innerhalb des Bezirks von Iringa mit 500.000 Einwohnern. Da die Krankenhausstrukturen vollkommen veraltet und zum Teil baufällig sind, unterstützt unser Verein in Zusammenarbeit mit der Autonomen Provinz Bozen, dem CUAMM von Padova und der Diözese von Iringa erforderliche Sanierungsarbeiten und den Bau von zusätzlichen Ambulatorien.

WEITERE AKTIVITÄTEN

Durch finanzielle Zuweisungen unterstützt unser Verein Initiativen anderer Organisationen:
Botosani Rumänien
Bereits seit 2001 unterstützen wir den Verein "Girotondo" bei der Betreuung eines Waisenheimes in Botosani durch die Zuweisung finanzieller Mittel und durch die Entsendung von Ärzten.
Krankenhaus für burmesische Flüchtlinge, Nordthailand
Der Verein "Helfen ohne Grenzen" hat es sich zum Ziel gesetzt den burmesischen Flüchtlingen im Norden Thailands durch die Unterstützung eines Krankenhauses und durch die Errichtung von Schulen zu fördern. Ein finanzieller Beitrag durch unseren Verein könnte der Beginn einer neuen Zusammenarbeit und eines neuen Projektes sein.
Medecíns sans Frontiéres, Angola
Ein Anesthäsist und Mitglied unseres Vereins war als Koordinator für MSF in Angola tätig. Da bei uns zahlreiche Spenden zugunsten der Kinder und der Bevölkerung Angolas, die sehr unter dem jahrelang tobenden Bürgerkrieg leiden, eingetroffen sind, überwiesen wir diese Gelder direkt an MSF.
Prothese für ein Kind, Nordindien
Ein sehr aktives Mitglied unseres Vereins nahm sich eines kleinen Jungen in Nordindien an, der durch die Arbeit mit einer Zuckerpresse beide Arme verlor. Dank unserer Spender konnten auch wir einen finanziellen Beitrag zur Herstellung einer Prothese für diesen Jungen leisten.

EINSÄTZE UNSERER MITGLIEDER

Im Jahr 2003 waren neun Ärzte, eine Biologin, zwei Krankenschwestern, ein Rettungssanitäter sowie zwei Volontäre bei Projekten in Indien, Tansania, Uganda, Rumänien, Sierra Leone, Angola und Liberia im Einsatz.
Öffentlichkeitsarbeit
Zahlreiche Präsentationen anhand von Videoaufzeichnungen und Diavorträgen, Radiosendungen und Pressemitteilungen haben den Bekanntheitsgrad unserer Organisation etwas erhöht Wir sind für jede Mundwerbung zugunsten unserer Projekte dankbar.
Vereinssitz
Seit März 2003 verfügt der Verein über einen Sitz in der Maretschgasse 3, Bozen.

ZIELE FÜR 2004

  • Bau eines Operationssaales im Krankenhaus von Mikuni Tanzania
  • Unterstützung eines Projektes zur Verbesserung der Fehl-, Mangel- und Unterernährung von Kinder unter fünf Jahren In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus von Maracha, Uganda
  • Dental Camp in Zusammenhang mit unseren Projekten in Indien
  • Entsendung von Augenärzten für chirurgische Eingriffe in ein Krankenhaus von Südindien
  • Fortführung und Unterstützung aller begonnen Projekte
  • Fertigstellung begonnener Bauarbeiten bei diversen Projekten Zusammenarbeit mit Schulen in Südtirol zur Förderung der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Jugend
  • Kontakte mit lokalen Sponsoren

Abschließend möchten wir allen danken, die uns unterstützen, besonders unseren Mitgliedern, die unter manchmal äußerst schwierigen und gefährlichen Umständen, Menschen in Not helfen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir auch Zukunft anderen helfen!


Dr. Toni Pizzecco
Dr. Gabriele Janssen
 
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