|
Unsere Reise nach Äthiopien - August 2005 – Frau Dr. Lucia Pappalardo und Gertie Raffl Kinderkrankenschwester
Für ca 1 Monat waren wir auf der Kinderstation im Krankenhaus Gambo tätig. Es handelt sich um ein Missionskrankenhaus wo die Bevölkerung in einem Umkreis von 50 Km und mehr versorgt wird.
Die Leute laufen unzählige Km zufuß den Weg oder manchmal auf Eseln
oder Pferden; oft kommen sie zu spät oder in sehr fortgeschrittenen
Krankendheitszustand. Gambo liegt 248 Km südlich der Hauptstadt Addis
Abeba in einer Bergregion am Fuße des Äthiopischen Gebirgsmassiv auf
einer Höhe von 2000 m (deshalb wird die Malaria-Prophylaxe nicht
unbedingt empfohlen!). Der Großteil der Menschen wohnt hier isoliert
oder in kleinen Dörfern und sie leben von der Viehzucht und der
Landwirtschaft.
Im Krankenhaus gibt es ungefähr 135 Betten für
den Patienten, unterteilt in 5 verschiedene Abteilungen: Innere
Medizin, Pädiatrie, Geburtshilfe, Chirurgie und eine Abteilung für
Leprakranke. Diese Zahlen sind einfache Richtlinien da normalerweise
auch 2 Patienten in einem Bett liegen, wie es täglich auf der Pädiatrie
passiert! Es gibt auch AIDS Kranke, doch im Vergleich zu den Städten
relativ wenige. In der Ersten Hilfe Station werden täglich circa
150-200 Personen untersucht: die Leute warten geduldig oft auch
stundenlang, manchmal einen ganzen Tag auf medizinische Hilfe. Die
Meisten werden gar nicht vom Arzt sondern von den Pflegern untersucht;
nur in den schlimmsten Fällen wird der Arzt konsultiert: meist kommt er
erst am Nachmittag nachdem er in den verschiedenen Abteilungen eine
schnelle Visite durchgeführt hat. Es gibt für das gesamte Krankenhaus
nur einen Internisten und einen Chirurgen.
Auf der Pädiatrie gibt
es mit Sicherheit am meisten zu tun aufgrund der Infektions- und
Kinderkrankheiten und der Endemien. Es fehlt an Medikamenten,
medizinische Ausrüstung und Material. Zurzeit wird die Abteilung von
Br. Juan Serrano , einem spanischen Krankenpfleger, geleitet, der
tagtäglich als Kinderarzt arbeiten muss.
Die Mission wo sich das
Krankenhaus befindet wird von den Consolata-Fathers geleitet und ist
ein sehr gemütlicher Ort: die freiwilligen Mitarbeiter bekommen ein
nettes Zimmer oder sogar ein kleines Häuschen; 2 äthiopische Köchinnen
kochen täglich mit frischem Gemüse aus dem Garten der Mission, da es ja
rund um der Mission keine Geschäfte zum einkaufen gibt. Pater Renzo
Meneghini , Verwalter des Krankenhauses leitet auch eine kleine Farm
mit Rindern damit den Kindern täglich Milchausgabe garantiert werden
kann. Pater Jorge Pratolongo hingegen ist der Verantwortliche für die
Schule in den Nachbardörfern und für die Adoption von Kindern auf
Distanz. Die Mission lebt aber von Spenden von Freunden und Wohltätern.
Bevor wir unsere Reise geplant haben, haben wir Kontakt zu Br.
Francisco Reyes , KH-Sanitätsdirektor, aufgenommen welcher uns
versicherte, dass es immer genügend Arbeit gibt und dass er uns gerne
auch für eine so kurze Zeit aufgenommen hätte. Die Consolata Fathers
haben uns sogar am Flughafen abgeholt und uns wieder beim Abfahren
begleitet.
Eindrücke: es ist schwierig mit wenigen Worten die
tägliche Arbeit in einem KH wie Gambo, wo es so viele Kranke mit so
wenigen Ärzten gibt, zu beschreiben. Ein Monat war sicher zu kurz aber
wir hatten die Möglichkeit das lokale Personal wenigstens mit unseren
spezialistischen Kenntnissen zu unterstützen. Wir haben besondere
Krankheiten gesehen welche bei uns gar nicht mehr existieren sowie z.B.
Tetanus, aber auch Malaria mit sehr schweren Anämien, Unterernährung,
Tuberkulose, Masern in der trockenen Zeit. Auch die Krankheiten die wir
kennen sind aber deutlich schlimmer als bei uns: Lobehre
Lungenentzündungen weil die Leute viel zu spät kommen; komplizierte
Bronchitiden und neonatalen Bronchiolitiden; manchmal kommen
Frühgeborene Kinder auf die Welt und überleben es nicht weil es keine
Möglichkeit einer intensiveren Therapie gibt… Sepsis und Meningitis
sind sehr häufig sowie Verbrennungen, Abszesse und andere Verletzungen;
es gibt chirurgische Krankheiten wie z.B. ein Darmverschluss im Rahmen
eines Typhus, Malformationen wie Mielomeningozele. Schwerere
Krankheiten sowie Leukämien oder nephrotysche-Syndromen oder
Rheuma-Erkrankungen sind sehr fortgeschritten und benötigen andere
Therapien welche nur in größeren KH in Addis Abeba durchgeführt werden
können: man soll aber dafür eine sehr lange Reise unternehmen und dafür
haben die Meisten nicht genug Geld. Man hat wenige Mitteln zur
Verführung und manchmal sterben die Patienten einfach nur weil die
passende Kuren fehlen: wahrscheinlich ist diese Erfahrung die
schwierigste für uns, weil wir an unseren ausgerüsteten Krankenhäusern
gewohnt sind.
Die Äthiopier die wir kennen gelernt haben
waren sehr herzlich und verträglich, die Müttern und die Kindern werden
wir nie vergessen.
Zusammenfassend war unsere Reise sicher spannend und ergreifend.
Für
jede andere Information kann man diese Adresse im Internet suchen
www.consolata.net/progetti/gambo oder ihr könnt uns jederzeit
schreiben:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
und
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
|