"Der einzig wahre Fortschritt für die Menschheit ist der Fortschritt in der Nächstenliebe"
Aldous Huxley
Indien, Petra Theiner 5 Monate in Calcutta 2004/05

Fünfeinhalb Monate bei den Ärmsten der Armen in Kalkutta
„Hoffnung auf einen besseren Morgen.“
Im Dezember 2003 sah ich einen Bildervortag von Herrn Helmut Spiess aus Taufers im Münstertal, der ein freiwilliges Mitglied der „Südtiroler Ärzte für die 3. Welt“ ist, über das Sterbehaus von Mutter Teresa und Hilfsprojekte.  

theiner2.jpgSchon immer wollte ich zu einem Hilfsprojekt um meinen kleinen Einsatz zu geben.Innerhalb von 1 Monat stand ich dann alleine in der 25 Millionen Metropole, in der Hölle von Kalkutta. Mein erster Aufenthalt war 2 Monate.Vormittags führte mich der Weg ins Sterbehaus der Mutter Teresa. Dieses Haus, die Schatzkammer Kalkuttas, wird von den Südtiroler Ärzten für die 3. Welt mitunterstützt. Dort durfte ich Andy Wimmer aus München, der nun bereits seit 15 Jahren im Sterbehaus, Tag für Tag, unermüdlich seinen Einsatz gibt, kennen lernen. Immer wieder gab er mir Ratschläge und half mir auf die Beine, als ich ganz tief unten war. Noch nie zuvor habe ich Menschen vor mir sterben sehen, Menschen von Ratten angefressen, Menschen die von Würmern befallen sind. Immer wieder war es Andy, der mir großartig beistand. Er war für mich ein leuchtender Stern und ich hoffe er wird es immer bleiben.

Diese unbeschreibliche Perle eines Menschen, wird vom Verein der „Südtiroler Ärzte für die 3. Welt“ und vom Verein „Hilfe für Kinder für der 3.Welt“ unterstützt, da er nun für 4 schwerst behinderte und verkrüppelte Buben ein

kleines Haus angemietet hat, und für sie Vater und Familie ist. Menschen die eine Behinderung haben, sind in Kalkutta das Letzte in der Gesellschaft und landen auf der Strasse, dort wo man auch die Buben von Andy gefunden hat.

Menschen die ins Sterbehaus kommen, sind Menschen wie Du und ich, aber anders, sie haben kein zu Hause, sie leben auf der Strasse, in der Gosse, in unbeschreiblichen Verhältnissen. Von Volontären, die aus aller Welt kommen, werden sie in dieses besondere Haus gebracht. Es geht darum den Menschen etwas Würde und Liebe zu geben. Mutter Teresa sagte, es gibt keine schlimmere Krankheit, als ungewollt und ungeliebt auf dieser Welt zu sein. Im Sterbehaus stirbt niemand alleine. Viele Menschen die auf der Strasse leben, und dort einen wahnsinnigen täglichen Kampf ums Überleben führen, kommen ins Sterbehaus und können dann loslassen, sie verlassen diese Welt mit einem Lächeln. Ich habe in diesem Haus einen Frieden gespürt, wie ich ihn noch nie in meinem Leben zuvor gespürt habe.

In diesem Haus lernte ich Monika kennen, ein junges Mädchen, das die Eltern lebend verbrennen wollten, da sie die nötige Mitgift für die Hochzeit nicht zahlen konnten. Mit schwersten Verbrennungen und entstellt kam sie ins Sterbehaus. Wiederum war es Andy, der mir zeigte, wie ich Gehübungen mit Monika machen kann, da sie nicht mehr laufen konnte.

Zwei Tage vor meiner Heimreise, machte sie ihre ersten Schritte alleine.

theiner1.jpg Wir beide haben vor Freude geweint. Ich kann nicht in Worten fassen, was man da fühlt. Dies war für mich das größte Geschenk. Ich wusste, ich war nicht umsonst in Kalkutta.

Am Nachmittag durfte ich in einem Heim für Waisenkinder ein Sonnenschein sein. Auch dies ist ein Projekt der Südtiroler Ärzte. Ich habe mich dort um jene kleine Herzchen gekümmert, die ein unbeschreibliches Schicksal hinter sich hatten, von den Eltern geschlagen, dass man nach Jahren noch die Narben im Gesicht sieht. Die Kinder fühlen sehr schnell, dass jemand da ist, der ihnen Liebe und Wärme schenkt. Stundenlang habe ich Kinder im Arm gehalten, bis sie eingeschlafen sind. Wir lernten ein bisschen Englisch und haben zusammen Hausaufgaben gemacht. Während meines Aufenthaltes hat Herr Dr. Toni Pizzecco (Präsident vom Verein, Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt) veranlasst, dass ein Zahnärztecamp (Dr. Tamiazzo mit Team) in verschiedenen Projekten in Indien, so auch in dem Heim wo ich war, den Kinderchen medizinische Versorgung gaben.

Nach 2 Monaten ist mir der Abschied von den Kleinen nicht leicht gefallen.

Wer einmal diese funkelnden Kinderaugen gesehen hat, wird sie nicht mehr vergessen.

So habe ich bereits im vergangenen Sommer wieder den Entschluss gefasst nach Kalkutta zu gehen. Diesmal für über 3 Monate und am 17.11.04 war es dann soweit.

Heinrich Hackenberg, Thorsten Schlotter und Helmut Spiess waren bereits für 2 Wochen in Indien unterwegs. Mit großer Freude wurde ich dann am 19.11. in Nordindien von den Dreien empfangen.

Besucht haben wir viele Patenkinder die von Südtirolern und Deutschen finanziert werden und uns davon überzeugt, dass jeder einzelne Euro ohne Abzug direkt vor Ort ankommt.

Die Kinderchen können durch Ihre Hilfe zur Schule gehen und erhalten medizinische Betreuung und vor allen Dingen genügend zu essen. Wenn man die Kleinen vor einem sieht und man weiß, dass diese Kinderchen nur zur Schule gehen können, weil sie Pateneltern haben, dann ist das doch ein wunderbares Geschenk. Für 28 Cent pro Tag, kann man Kinderaugen zum Leuchten bringen, und sie aus der Hölle des Elends befreien.

Viele viele Kilometer gehen manche Kinder zu Fuß zur Schule. Nicht selten trifft man Kinder an, die mehr als 4 Stunden einen Fußmarsch zur Schule gehen.

Die Kinder oder die Familie erhalten das Geld nicht selbst. So wird ausgeschlossen, dass das Geld für andere Zwecke verwendet wird. Das Geld wird direkt vor Ort von den Salesianer verwaltet. Jeder einzelne Cent kommt ohne Abzug 100% ig den Kindern zu-gute. Davon habe ich mich vor Ort während meines Aufenthaltes überzeugt.

Immer wieder waren wir von der unbeschreiblichen Gastfreundschaft der Salesianer von Don Bosco überrascht.

In allen Projekten haben wir die Schulen besucht, die der Verein Kinder für die Dritte Welt aufgebaut hat. Ziele von allen Projekten ist es, den Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen und dass die Menschen Hilfe zur Selbsthilfe lernen. So gibt es manche Projekte, wo die Kinder bereits von klein an mit der Gartenarbeit oder in anderen Projekten mit der Viehwirtschaft vertraut werden. Die Menschen sind lernwillig und bemühen sich sehr.

Geschockt war ich als ich die „Stonebreakers“ von Boropahari sah. Noch nie in meinem Leben habe ich eine solche Sklavenarbeit gesehen. Dank der großartigen Unterstützung des Vereins, konnte verhindert werden, dass morgen viele Kinder in diesen Steinbrüche versklavt werden.

Besonders haben wir 3 uns gefreut Rajani in Kalkutta zu sehen. Rajani ist dem Verein nun ja schon längst bekannt. Ein Mädchen mit 14 Jahren, das seit seiner Geburt keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen konnte. Sie brach sich als Baby den Kiefer und dies verformte ihr das Gesicht.

Nun im November 05 war es dann soweit, Rajani erhielt die erste Operation, die gut verlaufen ist. Während meines Aufenthaltes habe ich Rajani noch 3 mal gesehen.

Jedes mal machte sie große Fortschritte und das letzte mal, sagte sie „Thank you, aunty“. Sie bekommt weitere Operationen, bis sie wieder alleine essen und sprechen kann.

Daß der Verein diesem Mädchen helfen konnte, verdanken wir ihnen, liebe Spender, all jene die uns geholfen haben.

Nach 12 Tagen der Projektbesichtigungen verließen mich die 3 Männer. Für mich begann dann eine harte Zeit, da ich ab nun alleine war.

Die ersten 9 Tage war ich bei Don Bosco Nitika untergebracht. Die Fathers haben mich

sogar als Frau gleich aufgenommen, wir waren eine große Familie.

Dank der guten Kontakte die Father AC Jose in Kalkutta hat, durfte ich dann bis Ende Februar nebenan in Seva Kendra wohnen.

Ich hatte eine kleine Küche und sogar ein Badezimmer. Immer wieder besuchte mich einer der Fathers und brachte mir Obst oder Kuchen vorbei. Auch Weihnachten, eine Zeit für die Familie, eine Zeit zum Nachdenken, sorgten die Fathers für mich, und Heilig Abend war ich bei Andy und seinen kleinen Freunden.

Vormittags radelte ich mit einem Fahrrad, das ich von Don Bosco bekam ins Kinderheim Shanti Dan, ein Haus von Mother Teresa. Wiederum waren es diese fragenden Kinderaugen die mich fesselten und mich nicht mehr losließen. Kleine Händchen die nach dir greifen und immer wieder sagen sie „Aunty“ (Tante) geh nicht.

Ich spielte mit den Kleinen, lernte mit ihnen das ABC und auch ein bisschen Englisch.

Wir fütterten die Kleinen und gegen 12 Uhr legten wir sie zum Schlafen und meine Vormittagsarbeit war beendet.

Am Nachmittag, es waren wiederum die guten Seelen von Don Bosco, die mich herzlich in der Schule aufnahmen. Von 15 bis 19 Uhr durfte ich Englisch Unterricht geben.

Von den Kindern lernte ich auch ein bisschen Bengalisch.

Täglich sah ich auch die Müllkinder zu Don Bosco kommen, für die der Verein ein neues Projekt eingerichtet hat. Sie werden gewaschen und versorgt. Auch sie erhalten wiederum einige Stunden Unterricht und am Ende wird ihnen etwas zu Essen gegeben, das sie auch mit nach Hause nehmen können.

Eine wunderbare Sache. So kann direkt den Ärmsten der Armen geholfen werden.

Im Dezember zeigte mir Father AC einige der Slums von Kalkutta. Dort sahen wir in einem mit Bambus und Lumpen ausgestatteten Unterkunft eine junge Mammi.

Anita hat durch einen tragischen Zugunfall beide Beine verloren. Sie erhielt im Oktober als der Unfall passierte eine Erstversorgung im Krankenhaus. Jedoch nach kurzer Zeit musste sie das Krankenhaus verlassen, da das Geld nicht reichte. Wie sie vielleicht wissen, muß man in Kalkutta heute noch den Krankenhausaufenthalt selbst bezahlen, die Medizin mitbringen ebenso wie das Essen. Für Menschen die bereits in Armut leben unmöglich, so auch für die junge Mammi.

Ich ließ sie sofort ins Krankenhaus einliefern. Dort war sie bis Anfang Februar.

Dank der Spendengelder aus Südtirol und Deutschland konnte ich für Anita den Krankenhausaufenthalt bezahlen und ihr die ersten Prothesen anfertigen lassen.

Wie glücklich Anita war, überhaupt ins Krankenhaus zu kommen, sehen sie auf den Fotos. Jeden Tag macht sie Gehübungen bei Don Bosco. Im März erhielt sie dank ihrer Unterstützung auch ein kleines „Hüttlein“ ausserhalb der Slums, wo sie ihr Schicksal versucht so gut es geht zu meistern. Nach einiger Zeit, intensiver Gehübungen, erhält dann Anita nun im Herbst 05 die entgültigen auf Maß angefertigten Prothesen. Die Idee von Heinrich war, Anita als Näherin auszubilden, damit sie wieder den Sinn des Lebens fühlt. Derzeit besucht Anita bereist eine Nähschule und übt fleißig.

Auch das Programm am Samstag ist kaum mehr wegzudenken. Bis zu 500 Slumkinder kommen zum Spieltag, erhalten dann Gutscheine die sie bei den Strassenhändlern einlösen können. So ist auch diesen Menschen direkt geholfen.

Vom 13. bis 21. Februar kam mein Lebensgefährte nach Indien und gemeinsam

flogen wir zu Fahter Shaji nach Nordost Indien zum Projekt der Rachitiskinder.

Shillong liegt im Nordosten von Indien auf einer Höhe von 1500 Metern. Auch hier schlägt das Schicksal erbarmungslos zu, immer wieder sind es die Schwächsten in der Gesellschaft, die Kinder. 5700 an Rachitis erkrankten Kinder werden von Father Shaji dort betreut. Die Menschen leben unter dem Existenzminimum, verdienen nicht einmal soviel Geld um die Kinder zu ernähren. Vitaminmangel und Unterernährung sind die Ursache für diese Krankheit, die die Kinder fesselt.

Am Sonntag, den 22.2. durften wir bei einem Medizincamp mitarbeiten. Über 500 Kinder wurden von Ärzten untersucht, und mit der entsprechenden Medizin versorgt.

Medizin bekamen sie auch mit nach Hause. Wir sahen auch Kinder die nach einigen Jahren, dank ihrer Hilfe, geheilt wurden. Mit großer Freude wurde ihnen mitgeteilt, dass sie keine Medizin mehr brauchen.

In einem Heim, wo wir einen Spielnachmittag veranstaltet haben, sind wir auf 2 ganz besondere Kinder aufmerksam geworden, Roy und Rosina.

Roy, ein kleiner Sonnenschein, 4 Jahre alt, ohne Arme geboren und Rosina 12 Jahre alt, erlitt vor 4 Jahren eine höllische Verbrennung, als der Kerosinofen explodierte. 60 % des Mädchens sind verbrannt, der gesamte Brust und Genitalbereich. Als ich diesen 2 Kindern in die Augen sah, gab ich ihnen mein Versprechen alles zu unternehmen, damit auch diese beiden Kinder, die ihr Schicksal alleine (ohne Eltern) tragen müssen, wieder ein menschenwürdiges Leben führen dürfen.

Die Eltern dieser Kinder sahen sich überfordert mit dem Schicksal und haben sie „weggegeben“. Sie sollten auf die Straße weiterlebeb, nun sind sie in einem Heim, von den Sister von Mother Teresa. Für Rosina hat Helmut Spiess und für den kleinen Roy ich und mein Lebensgefährte Christian die Patenschaft übernommen.

Durch viele Zeitungsartikel ist es mir gelungen Geld für die beiden zu sammeln.

Was ist bis heute passiert und was unternehmen wir mit den Spendengeldern?

Rosina, hat bereits am 31. Mai die erste Operation erhalten, die wir mit den Spendengeldern zahlen. Innerhalb Juni diesen Jahres erfolgte der zweite erfolgreiche Eingriff. Rosina benötigt viele Transplantationen und dann die entsprechende Therapie damit sie ihr Leben wieder so gut es geht selbst meistern kann.

Auch für Roy wird irgendwann wieder die Sonne scheinen. Dank Helmut Spiess, der immer wertvolle Kontakte mit interessanten Personen knüpft, konnten wir Herrn Dr. Egger Hubert aus Südtirol kennen lernen. Herr Egger arbeitet seit vielen Jahren in Wien, bei dem Unternehmen Otto Bock die sich auf Prothesen spezialisiert haben.

Otto Bock in Wien arbeitet mit Dehli zusammen. Welch ein Glück für uns.

Die ersten Gespräche mit Herrn Egger haben bereits in Bozen stattgefunden.

Wir haben noch einen kleinen Sonnenschein, Borim, auch von ihm ist Helmut Pate.

Borim verlor vor ein paar Jahren bei der Zuckerrohrernte beide Arme. Mit einem Arm kam er in die Presse, wollte mit dem zweiten Arm den anderen rausziehen und hat dabei beide verloren. Da wir nun einen guten Draht zu Otto Bock haben, wollen wir für beide Kinder Armprothesen machen lassen. Die größere Herausforderung ist Roy, da er erst 4 Jahre alt ist.

Aber durch die heutige Technik ist es möglich beiden Kindern zu helfen.

Die Kinder wurden bereits von Nordostindien nach Dehli gebracht (Anfang Juni 05) wo sie untersucht und Computerbilder gemacht wurden. Roy und Borim werden erstmals mechanische Prothesen erhalten, auch der Umstände wegen, wo diese 2 Kinder in Indien leben. Herr Egger ist derzeit bemüht für beide Kinder gebrauchte Prothesen zu finden,

für die ersten Versuche, und zu einem späteren Zeitpunkt dann auf Maß angefertigte.

Dank der vielen Spendengelder die wir erhalten haben ist es möglich diesen Kindern zu helfen und ihnen eine entsprechende Therapie zu ermöglichen. Gerne berichten wir, sobald wir Neuigkeiten von diesen 3 Kindern erhalten.


Die Fathers dort nahmen uns ebenso auf wie die Fathers in Kalkutta. Ob der Chef von den Salesianern, ob Father Varghese oder Father Sahji, wir haben sie ins Herz geschlossen.

Nun waren es insgesamt fünfeinhalb Monate wo ich bei diesen besonderen Menschen war. Eine Zeit, die mich sehr geprägt hat. Jene Menschen ohne Namen, sind viel reicher im Herzen als wir. Sie besitzen nichts, trotzdem lachen alle und überall ist man herzlich willkommen. Wir im Westen lassen uns von Werbungen vorgaukeln was wir zum Glücklich sein brauchen. Endlich müssen wir erkennen und verstehen, dass wir aber die größten Werte nicht kaufen können. Glück, Zufriedenheit und Frieden zu spüren, was gibt es Schöners?

Wenn wir beginnen mit dem Herzen zu denken, werden wir auch jene Menschen besser verstehen.

Jeder einzelne kann was bewegen und verändern. Du und ich. Helfen heißt auch manchesmal einen harten, steinigen Weg zu gehen, wenn wir hinfallen wieder aufstehen um für diese Menschen zu kämpfen.

Es ist mir bewusst, dass das Elend in all den armen Ländern weitergehen wird. Und wer glaubt das Elend zu stoppen wird in ein tiefes Loch fallen. Wir brauchen uns nichts vormachen. Aber das was wir können, ist unseren Einsatz geben. Durch die Unterstützung des Vereins und durch die Übernahme von Patenschaften.

Auch in unsern Ländern wird das soziale Netz immer weiter gestrickt und viele fallen unverschuldet in eine arge Armut. Dennoch, wenn man das Elend in Indien sieht, so getraue ich mir doch zu sagen, dass es vielen von uns gut geht. Und wenn wir wiederum an die 28 Cent pro Tag denken, (für eine Patenschaft) dann werden die meisten von uns

auch kein hartes Brot essen.

Im Namen der Ärmsten der Armen, danke ich all jenen die sich nicht abwenden, um jene nicht zu sehen, die still vor sich hinleiden.

Ich bin dankbar für jeden Tag, wo ich in Kalkutta sein durfte, wo ich reich beschenkt wurde, von einem Lächeln und einem Händedruck, wo ich viel geweint habe, wo ich vieles nicht verstanden habe, wo ich oft sprachlos da stand, wo ich gelernt habe, was Zufriedenheit heißt.

Ist es nicht ein schönes Geschenk von der Ärmsten der Armen zu lernen?

Ein besonderer Dank gilt an Heinrich und seiner Frau Monika Hackenberg, die mich bis zum letzten Tag per Telefon oder Emails begleitet haben. Sie waren wie ein „Satellit“ und halfen mir auch dunkle Momente zu vergessen. Mit aufmunternden Worten haben sie mir Kraft gegeben und mich unterstützt und waren immer für mich da. Mehr kann ein Vater nicht einmal für seine eigene Tochter tun.

Großartige Menschen, Perlen, die ich dank Helmut Spiess kennen lernen durfte.

Danke Heinrich für die Zeit, wo wir die einmaligen Projekte des Vereins besuchen durften. All das was der Verein erreicht hat, soll uns Kraft geben für diese besonderen Menschen weiterzukämpfen, damit sie die Hoffnung auf einen besseren Morgen nicht aufgeben.

Beide Vereine (Südt. Ärzte und Verein Hilfe für Kinder der 3. Welt) leisten großartige und wertvolle Arbeit. Helfen wir gemeinsam, demVerein Ziele zu verwirklichen, damit viele Kinder eine Ausbildung erhalten, denn sie sind die Zukunft von morgen.

Ich glaube es gibt keine erste und daher auch keine dritte Welt. Wir sind alles Kinder einer Welt.

Heute müssen wir was bewegen. Heute. Morgen ist es vielleicht schon zu spät.

Nicht zuletzt möchte ich noch meinem Lebensgefährten Christian danken, der mich von Anfang an unterstützt hat, denn das sehe ich nicht als Selbstverständlichkeit.

Mittlerweilen sind wir mit Toni und Gabi Pizzecco und auch mit Spiess Helmut und Helga Freunde geworden. Menschen die mich verstehen und mit denen ich mein Erlebtes teilen darf. Danke.

„Erfolg ist nicht das, was Du im Leben erreicht hast,
sondern das, was Du für andere getan hast.“

„Wer die Ärmsten der Armen dieser Welt gesehen hat,
fühlt sich reich genug um zu helfen“
(Albert Schweitzer)

Geben wir die Hoffnung auf einen besseren Morgen nie auf.
Danke all jenen die mit mir den Weg gehen und die mir ihr Vertrauen schenken.

Petra Theiner Prad, am 30.6.05

 
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