"Der einzig wahre Fortschritt für die Menschheit ist der Fortschritt in der Nächstenliebe"
Aldous Huxley
Indien, Dr.T. Niederstedt - Tibetische Medizin im Spiti Tal

Nach 5 Wochen sind Wolfgand, Michael, Christian, Dagmar ( Mitglieder von " Verein zur Unterstuetzung der Bevoelkerung Spitis" Innsbruck) und ich , Tanja, als Rappraesentantin von "Suedtiroler Aerzte fuer die Dritte Welt" aus dem Spiti Valley zurueckgekehrt, dort wo die Goetter naeher zu sein scheinen. Spiti Valley ist eine Hochwueste auf 4000m in Nordindien (Himalach Pradesh) und grenzt an Tibet. 

ind4.jpgGrund unseres Einsatzes ist die finanzielle und materielle Foerderung des tibetanischen medizinischen Systems, welches vom Austerben bedroht ist. Die Anfrage kam von den Nonnen des Frauenklosters Yangchen Chöling, sowie den 4 Aerzten des Gebietes,welches wir betreuen (Nordspiti: 8 Ortschaften , ca. 4000 Einwohner). Zu Eurer Information: Spiti Valley ist fast auschliesslich von tibetanischer Bevoelkerung besiedelt,gehoert somit dem tibetanischen Kulturkreis an. Die Aerzte (tibet.: AMCHI) haben keine Nachfolger mehr, da die jungen Leute in die Staedte abwandern und die Armut des Tales es auch nicht attraktiver macht, eventuell zurueckzukehren. Warum ist das ein so schwerwiegendes Problem? Das tibetanische medizinische System basiert auf dem Gemeinschaftssinn. Das bedeutet, frueher konnten sich die Amchis auf ihren Beruf und ihre Berufung konzentrieren, da die Dorfbewohner sich um Viehzucht und Landwirtschaft kuemmerten. Mit der zunehmenden Landflucht beginnt die Gemeinschaft auseinanderzufallen,in der Tat haben 3 von 4 Aerzten zwangslaeufig einen Nebenjob annehmen muessen. Potentielle Nachfolger gibt es nicht mehr und auch nicht die Eingeweihten, die ihnen früher halfen bei dem hochkomplizierten Prozess der Beschaffung und Zubereitung der Heilmittel, die aus dem mineralischen und pflanzlichen Bereich kommen. Die Folge ist monatelanger Ausfall von Therapiemoeglichkeiten, da die Medizin wegen finanziellen Schwierigkeiten auch kaeuflich nicht erworben werden kann. Dazu summieren sich die schweren klimatischen Bedingungen: Spiti Valley ist im Winter 8 Monate lang von der Aussenwelt isoliert, wie auch die Ortschaften untereinander sowie das einzige Krhs im ganzen Tal, in Khaza ( Militaerkrhs, 20 Betten, 3 Aerzte, die westl. Medizin anwenden), da dann die Strassen verschwinden und die Paesse unueberwindbar sind. Die ersten Schritte unseres Projektes sehen wie folgt aus: Noch vor unserer Abreise wurde mit der Organisation der Ernte von Heilpflanzen begonnen. Diese Pflanzen sind der Grundstoff für die Erzeugung der traditionellen Medizin und sind überall im Tal zu finden (bis auf einige wenige Pflanzen und Mineralien die von den Ärzten noch im August von Ausserhalb zugekauft werden). Die beiden Ärzte Tsering Tashi und Tsering Tomden werden gemeinsam mit den Nonnen die Ernte durchführen und ihnen dabei erklären wie welche Pflanze zu ernten und behandeln sind, um ihre Heilkraft zu erhalten. In weiterer Folge werden die Nonnen in die richtige Lagerung und Zubereitung der Medizin eingewiesen und haben so die Möglichkeit sich ihrer traditionellen Medizin anzunähern. Die daraus gewonnenen Medizinen sollen dann für alle Ärzte kostenlos zur Verfügung stehen um eine flächendeckende Medizinische Versorgung für das kommende Jahr zu gewährleisten Unsere Perspektiven sind folgende: Konkrete Unterstuetzung bei der Beschaffung der Heilmittel Schaffung von Ausbildungsplaetzen und somit in Zukunft Arbeitsplaetzen, um die Kontinuitaet der traditionellen Heilmethoden zu gewaehrleisten sowie eine Verbesserung der aerztlichen Versorgung im Tal. Vernetzung der Zusammenarbeit zwischen Amchis, Schamanen und westlich praktizierenden Aerzten zu foerdern. 

 
< zurück   weiter >
Die Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt Die Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt Die Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt
Internet Südtirol Internetmarketing Südtirol Onlinemarketing Südtirol Radarfallen, Blitzer